Man muss nicht erst nach Spanien oder Rumänien fahren, um das Elend von Hunden zu sehen. Es ist bereits mitten unter uns. Es ist das leise Leiden der Rassehunde, krank gezüchtet.
Am 1. Juli 2009 startete mit dem "Dortmunder Appell" die Kampagne für eine Wende in der Zucht zum Wohle der Hunde. Etwa 1100 (Stand 23.08.) Hundefreunde, Züchter, Tierärzte, Hundertrainer und Tierschützer - darunter auch Petwatch - appellieren seither an die Zucht, das Wohl und die Gesundheit der Hunde konsequent an erste Stelle zu setzen. Der Appell richtet sich an Züchter, Zuchtvereine und -verbände aber auch an Hundehalter und Behörden.
Atmen, Laufen, Sehen
Die Unterzeichner beklagen, dass Rassehunde durch Versäumnisse in der Zucht zu oft körperlich und psychisch krank sind und eine besonders kurze Lebenserwartung haben. Hunde mit Erbkrankheiten, Hunde, denen elementare Funktionen des Lebens wie freies Atmen, Sehen, Laufen erst per OP ermöglicht werden, Rassehunde, von Jugend an Dauerpatienten der Tierärzte, sind leider keine Seltenheit. Manche Hunderassen können sich nur noch mit Hilfe des Menschen fortpflanzen. Als Ursache wird eine an Äußerlichkeiten und zweifelhaften Moden orientierte Zucht und die weitverbreitete Inzucht gesehen. Der Deutsche Schäferhund, einst weltweit das Paradebeispiel des robusten Gebrauchshundes, ist durch zweifelhafte Zuchtziele wie den nach hinten abfallenden Karpfenrücken für diesen Einsatz kaum mehr tauglich. Die Zucht, obwohl eigentlich nur aus "Liebhaberei" zugelassen, hat sich in weiten Teilen zu einem bloßen Geschäft zulasten der Hunde entwickelt.
TÜV für Hundezucht gefordert
Der Dortmunder Appell fordert eine staatliche Zulassung zur Hundezucht. Heute kann jeder ohne irgendeinen Nachweis an Sachkunde nicht nur Hunde züchten, vielmehr auch Zuchtvereine gründen und Papiere ausstellen. Für die Zucht von Rassehunden bedarf es aber mindestens der Anforderungen wie zum Erwerb eines Angel- oder Jagdscheines. Auch bedarf die Zucht selbst einer unabhängigen Kontrolle nach transparenten Kriterien, eines TÜVs für die Hundezucht. Schließlich wird eine Reform des Tierschutzrechtes gefordert, die ein rechtliches Einschreiten nicht nur wie heute im konkreten Einzelfall ermöglicht.
Neue Ethik der Hundezucht
Der Dortmunder Appell fordert eine konsequente Ausrichtung der Zucht an dem Wohl und der Gesundheit der Hunde. In diesem Sinne bedarf es der Besinnung auf eine neue Ethik in der Hundezucht. Wie bereits 2008 in Großbritanien und Österreich begonnen, soll auch in Deutschland endlich eine umfassende Reform des Zuchtwesen im Interesse der Gesundheit und des Wohls der Hunde erfolgen.
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